Beginne deine Reise auf dem mit Steinen gepflasterten Weg zum Kumano Nachi Taisha, einem der drei großen Schreine von Kumano. Während ihr den sanften Hang hinauf zum großen Torii-Tor geht, erklärt euch euer Reiseleiter, wie Nachi zu einem Zentrum des Kumano-Glaubens wurde – einem Glaubenssystem, das in der Naturverehrung verwurzelt ist und auf der Vorstellung beruht, dass Gottheiten (Kami) in Bergen, Wäldern und Wasserfällen wohnen.
Erlebe am Temizuya das Ritual der Handreinigung und erfahre, wie die Idee der Reinigung von Körper und Geist Japans altes Verständnis von Reinheit und Ehrfurcht widerspiegelt. Auf dem Gelände des Schreins stellt dir dein Reiseleiter Nachi Gongen vor, die Gottheit, die die synkretistische Vereinigung von Shintō und Buddhismus verkörpert – ein Symbol für die Koexistenz, die einst die japanische Spiritualität prägte.
Als Nächstes besuchst du den Seiganto-ji-Tempel, der direkt neben dem Schrein liegt. Die beiden heiligen Einrichtungen existieren seit Jahrhunderten Seite an Seite und bilden ein seltenes und wunderschönes Symbol für die Harmonie zwischen den Religionen. Hier erklärt euch euer Reiseleiter, wie buddhistische Mönche, Bergasketen (Shugenja) und Shintō-Priester einst auf genau diesem Berg gemeinsam Rituale abhielten.
Vom Tempelgelände aus öffnet sich der Blick auf die dreistöckige Pagode und dahinter auf den atemberaubenden Nachi-Wasserfall – eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Japans. Der 133 Meter hohe Wasserfall wird seit Urzeiten als Gottheit verehrt und gilt als der heilige Körper (Shintai) des Gottes von Nachi. Euer Reiseleiter wird euch erklären, wie der stetige Wasserfluss des Wasserfalls für Reinigung, Beständigkeit und Wiedergeburt steht und wie Pilger aus Kyoto und ganz Japan jahrhundertelang hierher reisten, um für Erneuerung zu beten.
Die Route führt weiter zum Hirou-Schrein (Nachi-Wasserfall-Gelände), dem unteren Heiligtum der Nachi-Verehrung. Wenn du den kurzen Weg entlanggehst, der durch das historische Tor führt, kannst du Spuren der alten Kumano-Kodo-Pilgerwege spüren, die einst die heiligen Berge von Wakayama miteinander verbanden. Am Hirou-Schrein begibst du dich zum Fuß des Nachi-Wasserfalls, wo Besucher schon seit prähistorischen Zeiten ihre Ehrerbietung erweisen.
Steh vor dem Wasserfall und spüre den kühlen Nebel und das rhythmische Rauschen des Wassers, das Pilger schon seit einem Jahrtausend hören. Bei dieser Erfahrung geht es weniger um Sightseeing als vielmehr um Verbundenheit – darum zu verstehen, dass der Glaube in Japan seit jeher nicht von Tempeln oder Lehren geprägt wurde, sondern von Begegnungen mit der Heiligkeit der Natur.